Sonntag, 26. Mai 2019

Der Ballungsraum Rhein-Neckar: Ungeahnt idyllisch und voller guter Hobbyfotografen

Landesweiter Fotowettbewerb: Metropolregion vier Mal in den Top 10

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Stuttgart/Mannheim/Ilvesheim/Rhein-Neckar, 18. Februar 2013. (red/zef) Seit dem 30. Januar 2013 stehen die Gewinner des Fotowettbewerbs der BW-Stiftung fest. “Was macht Baden-WĂŒrttemberg lebenswert“ fragte die Stiftung Fotografen aus dem ganzen Bundesland und bekam 45 fotografische Antworten. Mit einem sehr schönen Foto verfehlte Ilvesheim das Podium nur knapp. Der erste Platz ging  nach Stuttgart.

Von Ziad-Emanuel Farag:

 

Der Neckar von seiner idyllischsten Seite. Das Siegerfoto “Winterlicher Neckar im Morgenlicht” von Markus Steigner aus Stuttgart mit seinem Bild“

Den ersten Platz belegte Markus Steigner aus Stuttgart mit “Winterlicher Neckar im Morgenlicht”. Das Foto ist wie gemalt. Der Neckar zeigt sich von seiner klarsten Seite, ĂŒber den sich der wabernde Nebel legt. Die Perspektive ist wie ein Sog, der einen zu sich zieht: Es beginnt sehr breit und verengt sich gen schemenhaften Horizont. Kleine FlusshĂ€uschen runden das Bild ab: Feiner Schnee bedeckt sie wie Puderzucker.  Ein  Winter-Wunderland tut sich auf.

Mannheim von seiner ungeahnten Seite: „Ein paar Meter gehen fĂŒr Idylle pur! Schönes Feudenheim!“ von Cornelia Klumpp aus Mannheim.

Just auf dem zehnten Platz landete unser Geheimfavorit, der Mannheim mal anders zeigt: Nicht die graue, Industrie- und Wirtschaftsstadt ist hier zu sehen. Wie auf dem ersten Bild, verengt sich hier auch der Neckar nach hinten. Links sieht man in der untergehenden Sonne einen fast dĂŒnigen Stadtstrand, eingetaucht in Sommerlicht der AbenddĂ€mmerung. Rechts am anderen Flussufer sieht man einen satten grĂŒnen Rasen im Schatten, der im Kontrast zum anderen Ufer das Auge ruhen lĂ€sst. Am Horizont sieht man den Odenwald. Bei aller Natur verleugnet das Bild dennoch nicht Mannheims Charakter, wie an der NeckarverkehrsbrĂŒcke zu sehen ist, die sich in das Gesamtbild einfĂŒgt. Damit spiegelt es Mannheims Charme wie kaum ein zweites wider.

Ilvesheim: Das vielleicht unberĂŒhrteste Fleckchen der Region auf Platz 4 lĂ€ndleweit in: “Naturschutzgebiet Insel Ilvesheim” von Eddy Edrawan Ijas aus Ilvesheim.

Das Foto auf Platz 4, “Naturschutzgebiet Insel Ilvesheim” von Eddy Edrawan Ijas aus Ilvesheim zeigt, welch gĂ€nzliche UnberĂŒhrtheit die Metropolregion Rhein-Neckar  bietet. Flauschige weiße SchĂ€fchen stehen auf einer saftigen Wiese. Dazu ein großes Maß an Naturverbundenheit, das sich durch ein hĂŒbsches Schmutzfleckchen auf dem vordersten SchĂ€fchen zeigt. GeĂ€st vom Baum und ein wenig erdige, abgetrampelte RasenflĂ€che machen richtig Lust aufs Landleben. Je lĂ€nger man sich das SchĂ€fchen vorne mit seinem angewinkelten Bein ansieht, umso mehr gewinnt man den Eindruck, es springt einem gleich freudig in die Arme.

Auf Platz 7: „Fröhliche Menschen, Feste, Traditionen, Brauchtum“ auf Platz 7 von Sibille Synn aus Mannheim

StĂ€dtische Geselligkeit, das Untertauchen in der Masse gepaart mit Traditionsbewusstsein zeigt das Foto „Fröhliche Menschen, Feste, Traditionen, Brauchtum“  auf Platz 7 von Sibylle Synn. Zu sehen sind MaskentrĂ€ger wĂ€hrend der Faschingszeit in Mannheim. Durch die nachgedunkelten Bildecken und den hohen Kontrast wĂ€hnt sich der Betrachter versteckt hinter einer Maske, Zeuge heimlicher SpitzbĂŒbeleien zu sein.

Auf Platz 8: „Die gemĂŒtliche Außenbestuhlung einer Eckkneipe in der Neckarstadt in Mannheim“ von Tomas Wollbeck aus Mannheim

Auf Platz 8 folgt „Die gemĂŒtliche Außenbestuhlung einer Eckkneipe in der Neckarstadt in Mannheim.“ von Tomas Wollbeck aus Mannheim. Hier gelingt der BrĂŒckenschlag zwischen stĂ€dtischer Geselligkeit und lĂ€ndlichem Flair, Tradition und Moderne. Dieses Stillleben könnte auf einem sonnenbeschienen Platz in einem griechischen Dorf stehen. Tisch und Stuhl sind feinste Handwerkskunst, dazu der Teppich auf dem Pflaster. In den sanften Sonnenstrahlen wirkt alles so beschaulich wie vor 50 Jahren. Nur der MenĂŒkasten mit dem Schriftzug „Leimener Brauerei“ holt den Betrachter zurĂŒck ins Hier. Das Design der Speisekarte und ein Flyer holt ihn zurĂŒck ins Jetzt.

Über Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist GrĂŒndungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten PortrĂ€ts und Reportagen oder macht investigative StĂŒcke.