Sonntag, 25. Oktober 2020

Welche Ma├čnahmen versprechen wirkliche Besserung?

Verkehrsberuhigung in Ilvesheim

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Der Gemeinderat ist sich einig: Man braucht eine neue Neckarbr├╝cke. Viele verkehrsberuhigende Ma├čnahmen wurden bereits vorgeschlagen und abgelehnt.

Der Gemeinderat ist sich einig: Man braucht eine neue Neckarbr├╝cke. Viele verkehrsberuhigende Ma├čnahmen wurden bereits vorgeschlagen und abgelehnt.

 

Ilvesheim, 21. Juni 2013 (red/ms) Der Gemeinderat hat gestern einen Ma├čnahmenkatalog verabschiedet, in dem zahlreiche M├Âglichkeiten aufgef├╝hrt sind, wie der L├Ąrm in der Gemeinde reduziert werden kann. Doch wie realistisch sind diese Ma├čnahmen und wie gut werden sie geeignet sein, den Verkehr nachhaltig zu beruhigen?

Von Minh Schredle

Die Ortseing├Ąnge Ilvesheims sind durch den Verkehr besonders stark belastet. Nach einer Z├Ąhlung der Stadt Mannheim wird allein die Br├╝cke zwischen Ilvesheim und Seckenheim t├Ąglich von rund 33.000 Fahrzeugen befahren. Einen gro├čen Anteil daran hat Schwerlastverkehr. Die Verwaltung geht davon aus, dass dieser in Zukunft noch zunehmen wird. In der nahen Umgebung von Ilvesheim gibt es 65 Speditionen mit etwa 2040 Rampen, die nach Angaben von Dachser im Durchschnitt etwa f├╝nf Mal am Tag angefahren werden.

Grob gesch├Ątzt sind die Stra├čen im Umkreis jeden Tag durch gut 10.000 LKWs belastet. Auch sonst hat die Gemeinde viel unter dem Verkehr zu leiden: Nach einer Einsch├Ątzung der Verwaltung fahren viele Fremde durch den Ort, auch wenn eine Alternativroute k├╝rzer w├Ąre.

Daher plant die Gemeinde, die Ortsdurchfahrt weniger attraktiv zu gestalten. Der Verkehr soll auf die vorhandenen Alternativstrecken umgeleitet werden. Die Vorschl├Ąge im Ma├čnahmenkatalog, den der Gemeinderat gestern beschlossen hat, reichen von strikteren Geschwindigkeitsbegrenzungen, ├╝ber verkehrsberuhigende Bauma├čnahmen, wie zus├Ątzliche Ampeln und Kreisverkehre, bis hin zum generellen Fahrverbot f├╝r LKWs auf allen Landesstra├čen.

Vieles ist denkbar, wenig ist m├Âglich

Es ist nicht geplant, dass alle Vorschl├Ąge umgesetzt werden. Es soll zun├Ąchst eine ├ťbersicht ├╝ber vorstellbare L├Âsungen erstellt werden. Vieles ist aber aus rechtlichen Gr├╝nden gar nicht m├Âglich: Zum Beispiel hat die Gemeinde keine Befugnis, die Geschwindigkeit auf einer Landesstra├če auf 30 Stundenkilometer zu beschr├Ąnken.

Die Vorschl├Ąge seien zum gro├čen Teil vom Gemeinderat gemacht und vom Landratsamt abgelehnt worden; entweder aus finanziellen oder aus rechtlichen Gr├╝nden. Zwar verspricht man sich von einigen Ma├čnahmen eine kurzfristige Entlastung. Im Gemeinderat ist man sich aber einig: Ilvesheim braucht die neue Neckarbr├╝cke.

Schlie├člich will man auch nicht, wie alle Fraktionen in ihren Stellungnahmen anmerkten, die Ilvesheimer Bev├Âlkerung durch zu harte Restriktionen strafen. Eric Henn (CDU) tat au├čerdem seinem Unmut gegen├╝ber der rot-gr├╝nen Landesregierung kund. Bei dem Verhalten manch eines gr├╝nen Abgeordneten bleibe ihm „einfach die Spucke weg“. Insbesondere Uli Sckerl kritisierte er: Er kenne die Lage vor Ort und unternehme nichts dagegen.

 

├ťber Minh Schredle

Minh Schredle (22) hat 2013 als Praktikant bei uns angefangen und war seitdem freier Mitarbeiter. Von Dezember 2014 bis August 2016 hat er volontiert. Ab September 2016 ist er freier Mitarbeiter bei uns.